Orientierung Klasse 8 - 13

Für Schüler*innen

Die Potenzialanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der individuellen Förderung für Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Beruflichen Orientierung. Sie ermöglicht es ihnen, zu Beginn ihres Orientierungsprozesses durch Selbst- und Fremdeinschätzung sowie durch handlungsorientierte Verfahren ihre Potenziale zu entdecken.  So können Jugendliche ihre fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Potenziale auch unabhängig von geschlechterspezifischen Rollenerwartungen im Hinblick auf die Lebens- und Arbeitswelt entdecken.

Das Ergebnis der Potenzialanalyse liefert ein breites Spektrum an Erkenntnissen, die für die weitere Berufliche Orientierung genutzt werden können. Sie stellt keine Vorfestlegungen auf einen bestimmten Beruf dar. Vielmehr fördert sie die Selbstreflexion und Selbstorganisation der Jugendlichen, auch mit Blick auf die Entscheidungs- und Handlungskompetenz, für den weiteren Prozess der Berufs- und Studienwahl.

Ihre Ergebnisse sind, neben dem schulischerseits verfügbaren Erkenntnisstand, Grundlage für den weiteren Entwicklungs- und Förderprozess bis zum Übergang in die Ausbildung bzw. ins Studium, mit dem Ziel des Einstiegs in die Berufs- und Arbeitswelt.

Dieses Standardelement liefert den Jugendlichen Impulse, realistische Vorstellungen über die Berufswelt und die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Dies gilt auch für akademische Berufsfelder.

Berufsfelderkundungen und Betriebspraktika:
Der erste praxisnahe Einblick in mehrere berufliche Arbeitsabläufe dient dazu, eine reflektierte, an den individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtete Auswahl eines Betriebspraktikums zu fördern.

Die Berufsfelderkundungen finden vorrangig in Betrieben statt. Sie ermöglichen praktische Einblicke in die berufliche Arbeitswelt in mindestens drei Berufsfeldern. Alternativ werden Berufsfelderkundungen für von Schulen ausgewählten Schüler*innen  bei einem zertifizierten Bildungsträger im Kreis Borken durchgeführt.

Buchungsportal
Schülerinnen und Schüler können ihre Berufsfelderkundungen über ein hierfür eingerichtetes Portal im Kreis Borken buchen, wo regionale Unternehmen ihre Angebote einstellen.

Buchungsportal

Auf freiwilliger Basis haben interessierte und von Schulen ausgewählte Schüler*innen die Möglichkeit, durch ein Praktikum in Betrieben ein Berufsfeld praktisch kennenzulernen. Das Langzeitpraktilum geht über ein Schuljahr und umfasst  1 Tag oder 2 Tage innerhalb der Schulwoche bei einem Betrieb.

Um die Wirksamkeit der Betriebspraktika zu sichern, ist eine umfassende Vor- und Nachbereitung in der Schule unerlässlich. Die Schule legt fest, welche Fächer und Fachlehrkräfte hierzu welche Beiträge leisten

In der Regel wird ein Schülerbetriebspraktikum 2- bis 3-wöchig in der Sek I in der Jahrgangsstufe 9 oder 10 verbindlich durchgeführt.

Schulen mit gymnasialer Oberstufe können in der Sekundarstufe II ein Betriebspraktikum durchführen, das akademische Berufsbilder bzw. entsprechend geeignete duale Ausbildungsberufe in den Blick nimmt oder in Form eines Dualen Orientierungspraktikums in Kooperation mit einer Hochschule stattfindet und so die Studierfähigkeit stärker fokussiert.

Über ein Betriebspraktikum lernen die Schülerinnen und Schüler die Berufs- und Arbeitswelt anhand von definierten Aufgaben unmittelbar kennen. Sie setzen sich über eine längere Zeit praxisorientiert mit ihren eigenen Fähigkeiten und den betrieblichen Anforderungen auseinander.

In der Sekundarstufe II werden für Schüler*innen Reflexions- und Entscheidungsworkshops zu individuellen Voraussetzungen und Interessen durchgeführt. Durch Praxisphasen in Unternehmen, Institutionen und/oder Hochschulen erfahren Schüler*innen ihre persönlichen Interessen und Stärken ebenso wie Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt kennen. Studieninteressierte Schüler*innen nutzen Hochschulangebote, um sich über Studienvoraussetzungen und Studieninhalte zu informieren.

KAoA Kompakt richtet sich  an Schüler*innen, die neuzugewandert sind und sich in einer Internationalen Förderklasse an einem Berufskolleg befinden oder die erst in Klasse 10 auf eine Schule in NRW gewechselt haben und somit die Standardelemente in Klasse 8 und 9 verpasst haben.

Die innerschulische Koordination aller Maßnahmen zur Beruflichen Orientierung wird von den Schulen verantwortet. Dazu gehören eine kontinuierliche Beratung der Schüler*innen  und der Erziehungsberechtigten. Ergebnisse der individuellen Anschlussvereinbarungen aller Jugendlichen in Klasse 9 werden von Lehrkräften ausgewertet und bilden die Grundlage für sich anschließende Beratungen der Schüler*innen in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung/Reha-Beratung  der Arbeitsagentur.

Grundlage aller innerschulischen Aufgaben sind die im schuleigenen Curriculum zur Berufsorientierung verbindlich formulierten Vereinbarungen und Zielsetzungen.

Für Schüler*innen mit Handicap gibt es die Möglichkeit, die KAoA-STAR-Standardelemente zu nutzen, die sie entsprechend ihrer individuellen Bedarfe beim Übergang in den Beruf unterstützen. STAR steht für "Schule trifft Arbeitswelt" und ist ein besonderer Baustein im Landesvorhaben "Kein Abschluss ohne Anschluss". Ziel ist die Integration von Jugendlichen mit einer Behinderung und/oder sonderpädagogischem Förderbedarf in Arbeit.

Weitere Informationen:
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales

LWL-Inklusionsamt

Weitere Informationen zur Beruflichen Orientierung:

Ministerium für Schule und Bildung NRW

Ansprechpartner*in

Rita Krümpelmann

Tel: +49 2861 681-4140
r.kruempelmann(at)kreis-borken.de

Philipp Terhart

Tel: +49 2861 681-4139
p.terhart(at)kreis-borken.de